Internet

„Trauriges Geschwätz mit wenig Substanz“

Lieber Wolf Schneider,

Sie sind stets um den guten Ausdruck und das präzise Erscheinungsbild der deutschen Sprache bemüht. Sie haben nun in einem Interview für den „Tagesspiegel“ Ihre Meinung zu Blogs und Twitter kundgetan, genauer gesagt, Sie bezeichneten den schriftlichen Inhalt von Blogs überwiegend als „trauriges Geschwätz mit wenig Substanz“ und gleichzeitig wurden Sie nicht müde zu betonen, dass Sie selbst täglich mindestens zwei Blogs lesen, wobei Sie selbst ja gar keinen Computer benutzen, wie Sie sagen. Ihre Frau verfolge aber ein Dutzend Blogs und auch ein Dutzend Twitter (!) und drucke Ihnen das dann aus.

Wenn ich Sie also richtig verstehe, dann gefällt Ihnen das ausgedruckte Internet nicht. Sie finden in Ihren Ausdrucken viele Fehler, schlechte Formulierungen und viel dummes Geschwätz. Vielleicht, lieber Herr Schneider, sollten Sie einfach ins Netz gehen und sich da umschauen. Sie werden überrascht sein, was Sie dort alles finden.

Für Ihre Neugier und Ihr Engagement danke ich Ihnen schon im voraus recht herzlich, besonders auch im Namen all der vielen deutschen Sprachbenutzer, die sich oft etwas schwer tun mit den Wortzusammenstellungen, die die deutsche Sprache ermöglicht oder eben nicht ermöglicht. Auch vom Verein der Nebensatz-Verdreher und Kurzmitteilungs-Blogger darf ich Sie im übrigen recht herzlich grüßen.

gez. ein trauriger Schwätzer

P.S. Vielleicht darf ich Ihrer Kritik noch hinzufügen, dass in Blogs überlicherweise viel zu umständlich formuliert und viel zu lange Sätze gebildet werden, wobei ich natürlich sehr begrüße, dass Sie, Herr Schneider, Mitleid mit denen haben, „die sich mitteilen wollen und so gar keine Ahnung haben, wie man das macht“, denn damit sagen Sie ja schließlich, dass Mitteilung eine gute Sache ist, und ich dachte ein bisschen Mitteilung an dieser Stelle kann nicht schaden, wobei ich doch fürchte, mich jetzt etwas zu umständlich ausgedrückt zu haben, wenn Sie verstehen, was ich meine.

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