Kulturpolitik allgemein, Theater

„Abwicklung der Theaterkultur im Land“

Da Schleswig-Holstein als erstes Bundesland mit den Bemühungen um einen Abbau der Verschuldung  ernst macht und vielen Kultureinrichtungen die Landeszuschüsse kürzt, nehmen dort die Klagen und Proteste rapide zu. Drohen bald die ersten Schließungen?

„In Schleswig-Holstein wird Tabula rasa gemacht“, sagt der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. Es drohe „eine Abwicklung der Theaterkultur im Lande“, kritisiert Jörn Klimant, Aufsichtsratsvorsitzender des Landestheaters Rendsburg und Landrat in Dithmarschen laut „Kieler Nachrichten“. Genauso sieht dies der Landeskulturverband Schleswig-Holstein. „Der Bestand an öffentlichen Theatern ist gefährdet“, hallt es aus Lautsprechern bei einer Demonstration Mitte Juni vor der Dependance des Landestheaters in Rendsburg. Auch beim Landestheater  (betroffen sind mehrere Städte) will das Land seine Zuschüsse auf den Stand von 2009 einfrieren. Damit sind die bereits beschlossenen Tariferhöhungen für die Angestellten im Öffentlichen Dienst nicht mehr zu bezahlen. Den zahlreichen Theaterstandorten droht das Aus.

Immerhin mit Kreativität stemmt sich das Theater Lübeck gegen die Krise.Aufführungen soll es dort künftig nur noch von Donnerstag bis Sonntag geben. An den drei übrigen Tagen wird nur geprobt. Damit werde die Zahl der  Umbauten minimiert, argumentiert das Theater. Die Zahl der Aufführungen soll immerhin gleich  bleiben. (via: shz.de)

Das Tragische am Fall Schleswig-Holstein: Dort sind die Kulturausgaben bereits auf einem niedrigen Niveau. Die öffentliche Kulturförderung lag im Jahr 2007 unter der des Jahres 1995 (laut aktuellem Kulturfinanzbericht des Statistischen Bundesamtes von 2008). Im Jahr 2005 hatte nur noch das Saarland weniger Pro-Kopf für die Kultur ausgegeben als Schleswig-Holstein.

„Kürzungen treffen in Schleswig-Holstein also keineswegs auf „gut genährte“ Kulturstrukturen, die ruhig abspecken können, sondern auf eine kulturelle Infrastruktur, die im Vergleich zu anderen mit wenig Mitteln auskommen musste“, heißt es von Seiten des Deutschen Kulturrats.

Auf kulturproteste.de findet sich seit etlichen Monaten bereits Protest gegen die Streichungen von Seiten des Landeskulturverbands.

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