Kulturpolitik allgemein, Theater

Deutsches Schauspielhaus in Not

In der Hamburger Kulturpolitik ist gerade Schwerstarbeit angesagt. Mit dem Haushaltsentwurf, den CDU und GAL nun vorgelegt haben, ist klar: Für das Deutsche Schauspielhaus sind Einsparungen von 1,2 Millionen Euro jährlich vorgesehen. Die Protestwelle rollt bereits.

Wenn ein gestandener Intendant wie Friedrich Schirmer das Handtuch wirft – und zwar wegen „gravierender Unterfinanzierung“ des Theaters, dann ist das doch keine Lapalie. Er habe die Kulturbehörde bereits seit Jahren auf die bestehende Unterfinanzierung des Theaters hingewiesen, sagte Schirmer dem Spiegel. Er hatte im Jahr 2005 Tom Stromberg als Chef des größten Sprechtheaters des Landes abgelöst. Bei seiner Vertragsverlängerung 2008 war Schirmer eigenen Angaben zufolge eine Erhöhung der Mittel für die Arbeit des Jungen Schauspielhauses, zugesagt worden. „Diese finanziellen Zusagen konnten in der Spielzeit 2009/10 und in der begonnenen Spielzeit 2010/11 nicht aufrechterhalten werden“, sagte er dem Spiegel weiter.

Gerade das Schauspielhaus hat sich immer um künsterlisch interessante Perspektiven bemüht. Manchmal – siehe die Intendanz von Stromberg – musste das Publikum zwar erst mühsam an neue Formen gewöhnt werden. Am Ende schätzten viele Besucher aber das Programm. Mit seiner langen Geschichte gilt es nicht nur als größtes, sondern auch als eines der wichtigsten Sprechtheater der Republik. Daher formieren sich bereits Proteste. Es gibt zahlreiche Solidaritätsbekundungen.

Zwar bemüht sich die Stadt zu betonen, dass Investitionen in die Bühnentechnik etc. erfolgen. Gleichzeitig wünscht sich die GAL aber auch eine höhere Auslastung des Hauses. Das Ganz natürlich mit weniger Zuschuss. Gleichzeitig hat die Stadt, wie einige andere auch, eine Kulturtaxe ins Leben gerufen. Dabei sollen Übernachtungen in Hotels und Pensionen mit einer Pauschale belegt werden. Das so erhobene Geld soll der Kultur in der Stadt zugute kommen. Da die Finanzlage aber derzeit so schlecht ist, muss trotzdem gespart werden. Das Altonaer Museum wird ganz geschlossen.

Zu guter Letzt noch ein Ausschnitt aus den Protesten – frei nach dem Motto: „Das Schauspielhaus darf kein Ahl-haus werden.“

Advertisements
Standard

Ein Gedanke zu “Deutsches Schauspielhaus in Not

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s