Kulturpolitik allgemein

„Kultur ist Lebensmittel“

Wie bereits in der vergangenen Woche bekannt wurde, will die Bundesregierung am ermäßigten Mehrwertsteuersatz nicht rütteln. Zwar ist das so ziemlich das einzig Konkrete, was in Sachen Steuerreform bekannt wurde, aber für die Kultur ist dies natürlich eine sehr wichtige Nachricht. Der Deutsche Kulturrat begrüßte auch gleich die Grundsatzentscheidung, die Kultur auf diesem Weg weiter zu unterstützen. Völlig selbstverständlich war dies nicht, denn in der Vergangenheit hatte es immer wieder Vorstöße gegeben, die Ermäßigung für die Kultur abzuschaffen. Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte dazu: „Wir sind sehr erleichtert, dass die Regierungskoalition mit ihrer Entscheidung, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Kultur nicht anzutasten, unterstreicht, dass Kultur ein geistiges Lebensmittel ist und daher genauso wie Lebensmittel behandelt werden muss. Gerade für die Teilhabe an Kunst und Kultur ist der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von grundlegender Bedeutung.“

Standard
Theater

Call Cutta in a Box

Zum Abschluss einer wunderbaren Ausstellung im Heidelberger Kunstverein über die Theaterarbeit von Rimini Protokoll gibt es hier noch einmal einen kleinen Ausschnitt aus „Call Cutta in a Box“. So kann Theaterarbeit auch aussehen. Die Bühne ist mehrfach geteilt, die Spieler agieren mehr als 7000 Kilometer voneinander entfernt. Jeder kann mitspielen, auch der Zuschauer. Leider war zu meinem Besuch in der Ausstellung in Indien gerade Feiertag. Das Callcenter war nicht besetzt. Wirklich schade.

Standard
Kulturpolitik allgemein, Musik, Theater

Heidenreich regt sich auf

„Ausgerechnet an der Kultur hängt man sich immer auf, wenn es ums Sparen geht. Die Kultur – das sind unsere Wurzeln.“ Das sagte Elke Heidenreich der Nachrichtenagentur dpa, wie etliche Tageszeitungen im Internet berichten, darunter die Frankfurter Rundschau. Die Opernliebhaberin wird „ganz fuchsig“, wenn sie die Diskussion um die ungedeckten Kosten von Opernhäusern verfolgt, heißt es da. „Was auf dem Rücken der Kulturpolitik passiert, das finde ich zerstörerisch. Wir können an anderen Ecken sparen, aber da nun wirklich nicht.“ In diesem Zusammenhang verweist Heidenreich auf ihre Heimatstadt Köln, wo Milliarden in verpfuschten U-Bahn-Tunnel-Einsturz-Löchern versickert sind. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.

Standard
Abseits der Kultur

Wahlwerbung auf spanisch

Spanische Jungsozialisten haben für den Wahlkampf ein Video produziert, das eine Frau beim Wählen zeigt. Für die Partei PSC in Katalonien (Partit dels Socialistes de Catalunya) scheint der Slogan zu gelten, der am Ende eingeblendet wird:  „Wählen ist ein Vergnügen“. Denn die Frau im Video bekommt – zur Verwunderung der Wahlhelfer und umstehenden Personen – beim Urnengang eine Art Orgasmus. Ob das Video hilft, die generell schlechte Wahlbeteiligung zu verbessern? Man darf gespannt sein.

via: Schockwellenreiter. Vielen Dank.

Standard
Abseits der Kultur, Film

Hollarähitiiiiii!

Er ist ein echtes Phänomen. Seit unglaublich vielen Jahren ist der mittlerweile 62-jährige Otto Waalkes im Humor-Fach erfolgreich. Großartig geändert hat er sich dabei eigentlich nie. Auch sein neuester Film, „Otto’s Eleven“, ist eigentlich wie jeder andere Otto-Film auch.  Der typische Ottifanten-Humor und viele hochkarätige Gäste. In dem Film, der kommende Woche in den Kinos  anläuft, zitiert Otto unter anderem seinen berühmten Sketch – die Skatgymnastik.

Standard
Uncategorized

Die billigste „Weltreise“ der Welt

Wer kennt nicht das Gefühl mal raus zu müssen, mal etwas anderes sehen zu wollen, als bloß die gewohnte Umgebung. Wer für Sekunden mal schnell per Zufall durch die Welt reisen will, kann dies jetzt auch vor dem eigenen Computer tun. Google Street View macht’s möglich. Auf Mapcrunch wird die „Reiseleitung“ organisiert.

Bei mir lief es folgendermaßen. Als ich auf der Seite ankam, bot sich mir der Blick auf die grünen Hügel der  Shetland Islands, inklusive Meerblick. Ich konnte eine lange Straße entlang blicken, an deren Ende ein Lastwagen auf mich zukam. Mit der Taste „N“ habe ich dann in 0.69 Sekunden mal eben den Kontinent gewechselt und bin etwas südlich von Rio de Janeiro in Brasilien herausgekommen – Rio Bonito um es genau zu sagen. Auf den Feldern sind Palmen zu erkennen, die Gegend scheint also ihrem Namen (Bonito) alle Ehre zu machen. Als ich mit dem Cursor meinen Blick nach rechts wende, erkenne ich plötzlich, dass ich mitten auf einer vierspurigen Straße stehe. Ein Schild weist auf einen Fußgängerüberweg hin, der aber etwa 200 Meter entfernt ist. Laut Karte befinde ich mich auch nicht weit vom Atlantik. Wow. Der nächste Sprung dann in 0,79 Sekunden. Ich lande in Kalix in Schweden. Auch schön. War noch nie in Schweden, genauso wenig wie auf den Shetlands oder in Brasilien. Eine wirklich schöne Spielerei diese „Weltreise“.

Standard
Uncategorized

Royal Shakespeare Theater öffnet wieder

Die Royal Shakespeare Company (RSC) kann ihr berühmtes Theater wieder bespielen. Nach einem Umbau für mehr als 130 Millionen Euro, der fast vier Jahre dauerte, ist das Haus nun wieder für die Öffentlichkeit geöffnet. Von Februar 2011 an wird es in Stratford-upon-Avon, dem Geburtsort Shakespeares, auch wieder reguläre Theatervorstellungen geben. Im April 2011 feiert die RSC ihr 50-jähriges Bestehen.

Standard
Kulturpolitik allgemein, Theater

Es geht auch anders – na bitte!

Da die meisten Theater derzeit mit Einsparungen von sich reden machen, hier mal eine ganz andere Meldung: Heute ist ein neues Probenzentrum für die Württembergischen Staatstheater in Stuttgart übergeben worden. Sechs Probebühnen stehen künftig in der umgebauten ehemaligen Fabrik eines Autozulieferers für Oper und Schauspiel zur Verfügung. Kostenpunkt der Um- und Ausbauten: Knapp 29 Millionenen Euro. Eine bemerkenswerte Meldung in Zeiten der Sparhaushalte. „Das Flaggschiff der baden-württembergischen Theaterszene findet nun perfekte Arbeitsbedingungen vor“, durfte Baden-Württembergs Kunstminister Peter Frankenberg (CDU) daher in einer Pressemitteilung zu recht verkünden.

Standard
Kulturpolitik allgemein

Wissen über Kulturlandschaften sammeln

Rheinland-Pfalz startet ein Projekt, bei dem Wissen über die Kulturlandschaften des Bundeslandes gesammelt werden sollen.   „Rheinland-Pfalz ist reich an kulturellen Schätzen und abwechslungsreichen Landschaften“, sagte Landesinnenminister Karl Peter Bruch (SPD). Dies gelte es zu nutzen, etwa für den Tourismus. Gleichzeitig seien die Kulturlandschaften wichtig, um Identität zu vermitteln. Das Projekt ist zu finden unter:  www.kulturlandschaften.rlp.de.

Standard
Kulturpolitik allgemein

Zweikampf in der Kulturpolitik

Bernd Neumann gegen Guido Westerwelle. Wer gewinnt? Neumann, sagt die Süddeutsche Zeitung in ihrer Zeitungsausgabe am 18. November unter dem Titel „Zweimal Kulturpolitik“, den ich nicht im Netz gefunden habe.

Darin wird der Kulturstaatsminister Neumann für seine unauffällige, aber effektive Art gelobt, die Kultur vor Kürzungen zu bewahren. Mit guter Parlamentsarbeit habe er es geschafft, seinen Etat für das Haushaltsjahr 2011 noch zu steigern.

Ganz im Gegensatz zu Guido Westerwelle. Auch der Außenminister bestimmt über Kulturausgaben. Das Auswärtige Amt (AA) wendet ein knappes Viertel seines Etats für kulturelle Zwecke auf, darunter fallen Auslandsschulen, Wissenschaft und Universitäten sowie das Goethe-Institut. Der Gesamtetat des AA  im kommenden Jahr schrumpft. Auch der Bereich für Auswärtige Kulturpolitik ist nicht ausgenommen. Westerwelle hat ausdrücklich klargestellt, dass auch die Kultur einen Beitrag leisten müsse. Laut Süddeutscher Zeitung führt er aber fadenscheinige Argumente ins Feld. Die Mittel für das Goethe-Institut seien bereits bis 2011 angehoben worden, so Westerwelle. Dies verkennt laut SZ aber, dass dem Bereich etliche neue Aufgaben zugeordnet wurden, die kostenintensiv sind. Westerwelles Vorgänger Frank-Walter Steinmeier sei an der Kulturpolitik interessiert gewesen. Für Westerwelle ließe sich dies nicht behaupten. Der passende Satz dazu: Westerwelle „liebte es doch mal, sich als Freund der Künste darzustellen“.  Das sagt eigentlich genug.

Standard