Kulturpolitik allgemein, Theater

Paradoxes am Ku’damm

Die beiden Berliner Boulevardtheater am Kurfürstendamm gehen unsicheren Zeiten entgegen. In den 70er Jahren wurden sie in das sogenannte Ku’damm-Karree integriert, ein mittlerweile in die Jahre gekommener Baukomplex. Die Abrissbagger sollen bald rollen, denn ein irischer Investor will dort neu bauen und hat angeboten, künftig ein Theater in den Einkaufskomplex zu integrieren. Die beiden historischen Theaterräume würden dabei allerdings zerstört. Das ruft die Fans dieser Theater auf den Plan. Sie machen seit einigen Jahren gegen den Plan Stimmung und drohen mit Widerstand. Das Paradoxe: Der Protest könnte am Ende die Schließung beider Theater bedeuten. Der Intendant der Boulevardtheater fürchtet nämlich, dass der Investor durch die Proteste und die damit verbundenen Verzögerungen beim Neubau abgeschreckt werden könnte. Alternative Lösungen sind bei weitem nicht in Sicht. Am Ende drohen alle, ganz ohne Theater da zu stehen.

 

 

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Kulturpolitik allgemein

Absehbares Ende eines ungeliebten Projekts

Die nun von der Bundesregierung vorgelegte Sparliste verschont erstaunlicherweise den Etat von Kulturstaatsminister Bernd Neumann weitgehend. Einzige Ausnahme: Der Bau des Berliner Stadtschlosses soll auf 2014 verschoben und nicht wie ursprünglich geplant schon im kommenden Jahr in Angriff genommen werden. Erhoffte Einsparungen: 400 Millionen Euro. Doch so einfach ist das Sparen in diesem Fall nicht. Weiterlesen

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Kulturpolitik allgemein

Sparpaket im Norden: Jetzt geht’s los!

Das erste Bundesland hat nun ein konkretes Sparkonzept vorgelegt und heute beschlossen: Schleswig-Holstein. „Die Schulden der Vergangenheit lasten schwer auf unserem Land. Der Schuldenstand des Landes war von 1990 bis 2005 von zehn auf fast 23 Milliarden Euro angewachsen, der Fehlbetrag im laufenden Haushalt auf über 1,7 Milliarden Euro. Inzwischen belaufen sich die Schulden des Landes auf fast 25 Milliarden Euro“, heißt es in einem Papier der CDU-FDP-Koalition, das die Vorlage für den heutigen Beschluss darstellt. Weiterlesen

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Kulturpolitik allgemein

Großes Schweigen

Die Kultur ist (mal wieder) kein Thema im Wahlkampf. In Nordrhein-Westfalen wird gewählt, die Entscheidung ist auch bundespolitisch wegen der Mehrheitsverhältnisse im Bundesrat von einiger Bedeutung, doch kulturpolitische Positionen werden im Wahlkampf nicht thematisiert – wahrscheinlich weil NRW „Kulturfinanzierungsnotstandsgebiet“ ist, wie der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats, Olaf Zimmermann, sagte. Von Sparzwängen redet kein Politiker gern, wenn ein Wahltermin in erreichbarer Nähe ist.

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