Theater

Provokative Thesen zur Kulturpolitik

Der SPIEGEL hat heute Auszüge aus „Der Kulturinfarkt“ veröffentlicht. Das Buch erscheint nächste Woche. Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz plädieren darin für eine Neuausrichtung der Kulturpolitik, die sich vom Diktum „Kultur für alle“ verabschiedet. Provokativ fordern sie die Schließung der Hälfte der Theater, Museen und Bibliotheken. Die geschätzt frei werdenden zwei Milliarden Euro wollen sie zu fünf Teilen den verbliebenen Kultureinrichtungen, der Laienkultur, der noch nicht existenten Kulturindustrie, den Hochschulen für Kunstausbildung sowie für gegenwartsbezogene kulturelle Bildung ausgeben.
Sehr interessante Denkanstöße: Ich muss mir dieses Buch umgehend besorgen.

Der Kulturinfarkt, Albrecht Knaus Verlag, 288 Seiten, 19,99 Euro.

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… Und wieder kurz ein Foto der Baustelle am Theater. Es geht voran. An der Außenfassade steht mittlerweile ein Gerüst.

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Theaterbaustelle in Heidelberg

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Am Ende ist es doch Kunst

Meine weiße Wand I by 'Max
Meine weiße Wand I, a photo by ‚Max on Flickr.

Dieses Werk nennt sich „Weiße Wand I“ von max und wurde auf flickr von hazey mit den Worten kommentiert „Avant-garde :-)“ Passt sehr gut zu meinem heutigen Abend. Ich war zum ersten Mal in dieser Spielzeit im Schauspiel in Heidelberg und habe mir Yasmina Reza „Kunst“ angesehen. Eine wirklich gute Leistung. Ich habe das Stück vor Jahren in Mainz gesehen. Die Heidelberger Inszenierung zeigt im Gegensatz zur Mainzer damals sehr gut, dass es im Stück nur vordergründig um Fragen der Kunst und des Geschmacks geht. Fragen von Freundschaft, Entfremdung und der Frage: „Wie will ich eigentlich leben“ entzünden sich am Kauf eines abstrakten, weißen Kunstwerks. Ich bin mit niedrigen Erwartungen ins Theaterkino gefahren und muss nun feststellen, dass es ein wirklich gelungener Abend war. Allerdings ist dieses Stück in Heidelberg natürlich auch dankbare Kost. Trotzdem gebürt dem Regie-Team und den Schauspieler Lob für die gute Umsetzung. Fazit: Sehenswert!

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Bin heute seit langer Zeit mal wieder am Heidelberger Theater vorbei gekommen. Restaurierung dauert ja immer noch an. Derzeit stehen sogar die Türen offen…

Nachtrag am 14. Januar 2012:

Bei Sanierungen von alten Gebäuden erlebt man oft Überraschungen – selten zur Freude der Projektfinanzierer.  Dies war auch beim Heidelberger Theater so. Bei den Sanierungsarbeiten wurde entdeckt, dass die Zuschauerränge marode sind und den künftigen Belastungen nicht standhalten. Die Ränge entsprechend zu verstärken, war eine knifflige Aufgabe. Um die historische Bausubstanz zu erhalten, wurde laut Stadt Flachstahl in einem speziell erprobten Verfahren auf die alte Konstruktion geklebt. Diese Sanierungsphase ist nun abgeschlossen.

Geplant ist die Eröffnung des sanierten Hauses für die kommende Spielzeit im Herbst 2012. Der historische  Theatersaal soll künftig auch weiter bespielt werden. Der erste Rang wird für Zuschauer geöffnet. Im zweiten Rang muss die Lichttechnik installiert werden, so dass dieser für das Publikum gesperrt bleibt.

Fotos zu den Umbauten gibt es hier.

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Tag der offenen Tür

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Bitterer Kampf

Dessau-Roßlau, knapp 90.000 Einwohner, ist derzeit die einzige deutsche Stadt, die gleich zweimal in der Unesco-Welterbeliste vertreten ist – mit dem Bauhaus und dem Wörlitzer Gartenreich. Doch so groß wie der weltweite Ruf sind auch die Finanznöte der Stadt.  Wegen chronisch klammer Kassen ist ein Kahlschlag bei Kultur, Sport und Jugendarbeit praktisch beschlossene Sache. 13,5 Millionen Euro sollen im städtischen Haushalt jährlich eingespart werden. Dies bedeutet unter anderem, dass die Zuschüsse der Stadt für das Anhaltische Theater um die Hälfte gekürzt werden sollen. Seitdem kämpft das traditionsreiche Dessauer Mehrspartenhaus um die nackte Existenz. Weiterlesen

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Proteste, Proteste

So langsam tut sich was in der Kulturszene. Am kommenden Samstag findet der sogenannte Welttheatertag statt. Eine Erfindung des Internationalen Theaterinstituts (ITI). Die deutsche Sektion des ITI hat zu Protesten gegen angekündigte Theaterschließungen aufgerufen. Und wo lässt sich dies derzeit am besten tun? Genau – in Wuppertal. So zumindest hat dies die Intendatengruppe im Deutschen Bühnenverein beschlossen. Sie hat daher zu einer Großkundgebung an besagtem 27. März aufgerufen: „Mit einem kurzen künstlerischen Beitrag sollen die Theater auf die dramatische Situation der Kommunen hinweisen.“ Initiiert werden soll eine Theater-Demo mit Menschenkette, wie es in einer Pressemitteilung der Intendantengruppe weiter heißt. Von mittags bis mitternachts soll neben Wuppertal auch auf die Situation in Oberhausen, Hagen, Moers, Schleswig und Dessau aufmerksam gemacht werden. Dort sei die Lage „äußerst brisant“, heißt es. Am Abend des Welttheatertages soll dann ein Theaterpreis in Wuppertal an Christoph Marthaler und Anna Viebrock vergeben werden.

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