Theater

Wuppertal spart sich das Theater

Noch ist in der Kultur- und Theaterszene verhältnismäßig wenig zu hören. Doch die Situation in Wuppertal lässt mittlerweile viele aufhorchen.

Die Stadt  will bis zum Jahr 2014 ganze 216 Millionen Euro einsparen, schreibt die Westdeutsche Zeitung. Allein in den kommenden beiden Jahren sollen über 200 Millionen Euro eingespart werden, heißt es auf dem WAZ-Intenetportal „Der Westen“. Wuppertal steht derzeit mit rund 1,8 Milliarden Euro in der Kreide.

Erschreckende Zahlen.

Die massiven Sparanstrengungen werden mit der Gefahr der Überschuldung, die schon im kommenden Jahr drohen könnte, begründet. Aus dem Mund von Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung klingt dies so: „Wir gehen an die Grenze dessen, was machbar ist.“

Für den Kulturbereich heißt dies laut Westdeutscher Zeitung: Die Eintrittspreise für das Sinfonieorchester werden steigen. Die Zuschüsse sinken um 30 Prozent und das Schauspielhaus muss nach der Spielzeit 2011/2012 seine Pforten komplett schließen. Eine bittere Pille für die Kulturschaffenden der Stadt. Noch ist unklar, ob durch Kooperationen, etwa mit Oberhausen, ein Tourneebetrieb weitergeführt werden kann oder nicht.

Die Schließung des Theaters bringt laut „Der Westen“ rund zwei Millionen Euro – angesicht der Verschuldungssumme der Stadt nicht gerade viel. Doch wie ernst die Finanzlage Wuppertals wirklich ist, lässt sich an der Tatsache ablesen, dass neben dem Schauspielhaus auch mehrere Frei- und Hallenbäder dichtgemacht werden. Wuppertal wird in den kommenden Jahren dramatisch an Attraktivität verlieren, darüber sind sich die Politiker vor Ort einig.

In Kulturkreisen gilt der harte Sparkurs in Wuppertal als Warnsignal. Keine Stadt dieser Größe hat sich bislang getraut gleich ein ganzes Theater zur Disposition zu stellen. Für Wuppertals Kulturdezernent Matthias Nocke, so „Der Westen“,  ist die Debatte um die Kürzungen nur das Vorspiel einer dramatischen Entwicklung, die schon bald viel weitere Kreise ziehen könnte. Die finanzielle Bedrohung der Bühnen sei ein strukturelles Problem, das man auf Landes- und Bundesebene diskutieren müsse, sagt Nocke.

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