Buch, Internet

Mein Haus, meine Yacht, meine Zeitung

Was haben die Unternehmer John Henry und Jeff Bezos gemeinsam? Sie sind nicht nur sehr, sehr reich und besitzen Autos, Häuser, vielleicht auch Schiffe. Nein, seit kurzer Zeit sind beide auch Eigentümer einer Zeitung. Doch was wollen sie damit? Ist es eine Art Unterstützung des Gemeinwohls in der Form, dass sich die armen alten Zeitungen sonst nicht mehr über Wasser halten können? Ist es eine Art Statussymbol, mit dem sich bei Cocktailpartys prächtig angeben lässt? Oder ist es gar der Versuch, ein  Vehikel für ihr eigenen Interessen zu haben?

Die letzteren Möglichkeiten lassen nichts Gutes ahnen. Der spannendste Eigentümerwechsel ist zweifelsohne der Verkauf der „Washington Post“ an den Amazon-Gründer Jeff Bezos. Dieser hat – wohlgemerkt – als Privatmann für 250 Millionen US-Dollar die prestigeträchtigste Zeitung der Welt erworben. Diese Summe dürfte für den milliardenschweren Unternehmer einem Griff in die Portokasse gleichkommen. Daher muss es ihm nicht unbedingt um Rendite gehen. Es sieht sogar danach aus, als ließe er die Redaktion zunächst unangetastet. Er will offenbar an den Werten der Zeitung nicht rütteln. Die journalistische Arbeit, die in dem Produkt steckt, weiß er offenbar wertzuschätzen. Die nächsten Schritte dürften trotzdem sehr spannend sein, denn Bezos weiß, wie man im Internet Geld verdient. Mal gespannt, ob er Ideen hat, wie das einer „Washington Post“ gelingen könnte.

 

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Internet, Medien

Leute, hört Podcasts!

Leute, hört Podcasts!

Viele Radiosender trauen sich nicht, Wortbeiträge zu bringen, die länger als drei Minuten dauern. Witzlose Comedyeinspieler und nervtötende Ansagen von dauergutgelaunten Morningshow-Moderatoren machen das Hören von populären Radiosendern oft zur Qual. Was Radio aber auch sein kann, habe ich kürzlich wieder über einen Podcast-Beitrag von Holger Klein entdeckt. Unter dem Namen Wrint veröffentlicht er eine Sammlung von Podcasts, in denen er sich mit interessanten Menschen unterhält. Ich habe mir das Interview mit Uwe Lübbermann über Premium-Cola angehört. Es ist wirklich toll, dass sich da jemand Zeit nimmt und sich über eine Stunde lang ein wirklich interessantes Gespräch entwickelt mit vielen Hintergrundinformationen. Ich war verblüfft, so viel über alternative Unternehmensführung und Moral und Wirtschaft zu erfahren. Ich habe zwar mehrere Anläufe gebraucht, um den Beitrag vollständig anzuhören, habe aber jedes Mal wieder schnell reingefunden.

Ähnlich wie das Küchenradio finde ich die Podcasts eine echte Bereicherung zum herkömmlichen Radioprogramm. Sie machen die Medienwelt vielfältiger und definitiv interessanter.

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Internet

„Trauriges Geschwätz mit wenig Substanz“

Lieber Wolf Schneider,

Sie sind stets um den guten Ausdruck und das präzise Erscheinungsbild der deutschen Sprache bemüht. Sie haben nun in einem Interview für den „Tagesspiegel“ Ihre Meinung zu Blogs und Twitter kundgetan, genauer gesagt, Sie bezeichneten den schriftlichen Inhalt von Blogs überwiegend als „trauriges Geschwätz mit wenig Substanz“ und gleichzeitig wurden Sie nicht müde zu betonen, dass Sie selbst täglich mindestens zwei Blogs lesen, wobei Sie selbst ja gar keinen Computer benutzen, wie Sie sagen. Ihre Frau verfolge aber ein Dutzend Blogs und auch ein Dutzend Twitter (!) und drucke Ihnen das dann aus. Weiterlesen

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Internet

Ich stimme Jarvis zu, aber…

Im von mir sehr geschätzten Blog Indiskretion Ehrensache von Thomas Knüwer bin ich auf den Vortrag von Jeff Jarvis auf der diesjährigen re:publica gestoßen. Es ist beeinruckend zu sehen, mit wie viel Energie Jarvis auftritt und wie locker er seine wohl durchdachten Thesen vorbringt. Typically american irgendwie, aber…
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